Und nein, ich werde nicht mein Feuer verlieren – nicht jetzt, nicht an euch, erst recht nicht hier

Eine persönliche Überarbeitung des wohl großartigsten Weekend-Songtextes „Sonnenbrand

Auf einmal war die Euphorie wieder weg,
Zurück im Kinderzimmer, wie komme ich mit dieser Leere zurecht?
Sticker und Plakate an der Wand erzähln mir, was ich  tat
Ohne Spaß, alles in dem Zimmer hier ist so egal.
Und ich merk selber, wie ich komisch werd´
Ich  ertrage die Normalität hier zuhaus nicht mehr
Ach, ich sage Mutter bescheid.
Denn zuhaus und frei, das scheint nicht zusammen zu gehen.
Ich könnte Politik nicht als Beruf sehen, warte.
Nicht jeder, den ich treffe, ist so cool, wie ich dachte.
Man redet mal schlecht über sich,
doch lächelt sich ins Gesicht, wenn man sich auf Kongressen trifft.
Ich hasse diesen Sympathiemist
und fange langsam an zu denken, dass das nichts für mich ist.
Doch worüber denke ich hier nach.
Ich wollte nur überzeugen und der Rest ist egal.
Zurück dahin, endlich mein Ding machen!

Und ich werde nie mein Feuer verliern,

niemals, nicht an ein Auslandsjahr, nicht an euch, nicht hier.

Ich fahr diesen anderen Film, ab jetzt ist Wochenende, dann wenn ich will

Und ich besinn mich drauf zurück, worum es mir immer ging.
Ich für mich, zurück dahin.
Ich muss die Dinge eben jetzt sortieren, keine Zeit.
Ich bin gerne weg, doch suche nicht die großen freunde dort.
Ich verbring die freie Zeit in meiner Gegend.
Der Klub nebenan, die WG in der Stadt, ich geh nicht feiern mit der Szene
Und geb kein Fick auf dieses Wahlberliner Politikding
Weil alle, die ich sehen will, hier vor meiner Nase sind.
Ne Runde Vodka auf die alte Zeit
Der Sommer meines Lebens kommt, denn die Sonnenbrände sind abgeheilt
Wir führen es weiter fort, die Sommer früher waren nicht besser
Alter, nein, ich war nur klein und sie kamen mir wärmer vor
Die roten Haar verblassen langsam, es gibt kein Grund, dass ich hier drinnen bleib
Ich trete die Kinderzimmertür nun von innen ein
Der zweite Anfang ist auf keinen Fall am schwersten, nein,

Ich kann nun Mensch sein, für immer Wochenende

Parallelwelten

In unserem Mittelmeer, Europas Meer sterben tausende, parallel dazu wird im Unterricht der Untergang der Gustloff in jedem Detail erklärt.

In unserem Meer lassen wir Menschen ertrinken, parallel dazu wird im Unterricht debattiert, wie man Menschen aus der Titanic besser hätte retten können.

Für eine Seeüberwachung fehlen 110 Millionen Euro, parallel dazu diskutiert die deutsche Politik, wie die Bundeswehr reformiert werden soll und Unsummen an Geld ausgegeben werden soll.

Achim S. streitet Ostern am Familientisch gegen „Wirtschaftsflüchtlinge“, parallel dazu erzählt seine Mutter vom Krieg und ihrer Flucht.

Ex-Bundesminister Friedrich besucht eine Messe in Bayern und betet für christlichen Humanismus, parallel dazu wird für ihn die nächste Wutrede gegen die bösen Schlepper geschrieben.

Man sagt Menschen ertrinken zu lassen, sei abschreckend, parallel dazu machen sich Menschen in kleinsten Booten bei schlechtesten Wetter bereit.

Die IHK sagt, man bräuchte junge Geflüchtete, damit in Deutschland Ausbildungsstellen wieder besetzt werden könnten, parallel dazu bereitet Ulrike Trebesius ihre nächste Rede vor, in der sie vor „Flüchtlingsströmen als wirtschaftliche Gefahr“ warnt

Günther Jauch sagt, er finde untergegangene Boote ganz schrecklich, parallel dazu möchte er keine Schweigeminute, sondern über Privates quatschen.

Man sagt, man wolle die Situation in den Fluchtländern ändern (meint damit dann aber auch nur Fluchtzentren in Nordafrika), parallel dazu sorgen europäische Firmen dafür dass Bauern arbeitslos werden und der einzige Weg die Flucht ist.

Der Papst und die evangelische Kirche in Deutschland wettern gegen das Massengrab Mittelmeer, parallel dazu hat die CSU/CDU-Fraktion immer noch ein C im Namen.

Bei 150 mehrheitlich deutschen Toten, interessiert es alle:

Lösungen müssen gefunden werden, die Tür muss weg, Depressive dürfen nicht mehr arbeiten.

Nationale Politik halt.

Wenn man aber parallel dazu, Politik für sein Gewissen machen sollte, Politik für die Menschlichkeit der Menschen, die nicht deutsch sind, dann ist es ruhig.

Nationalismus tötet halt immer noch.

Ach ne, sind ja die Schlepper, die töten.

Die einzigen, die Schuld haben an der Katastrophe.

Parallel dazu kommt noch einmal das Argument hoch, man dürfe ja nicht retten, man dürfe nicht so etwas wie Mare Nostrum haben, da ansonsten „Anreize für eine Flucht geschaffen werden würden“,

parallel dazu kommt mir das Essen hoch.

Ein Abschied mit Geschenken

Dieser Blog begleitete mich in einer spannenden Phase, er transformierte Gedanken, Taten, Gefühle und manchmal generell mein Lebensgefühl in Worte.
Am Anfang war er nur ein Projekt, welches dazu führen sollte, dass ich Gedanken und Inspirationen besser in Worte, besser in Strukturen fassen wollte.

Dann änderte es sich und ich begann richtig Spaß daran zu gewinnen nach dem Feiern, nach einprägenden Momenten etwas zu schreiben. Manchmal schrieb und schrieb ich nach dem Feiern als ob es keinen Morgen gäbe (den Morgen verschlief ich dann auch immer). Es wurde zum Ritual nach guten Abenden im Tuch oder in der Pumpe mich hinzusetzen und zu schreiben.
Dann begann die Phase, in der ich mich immer mehr auf Politik und aufs Reden fokussierte als zu Schreiben und ich verlor langsam die Lust am Schreiben.
Es gab Phasen, in denen ich nichts veröffentlichen konnte, denn es hätte komisch ausgesehen. Man stelle sich einmal vor, dass ich vor der ersten #kielweltoffen Demo einen Text über Kartoffelchips veröffentlicht hätte (wär der falsche Zeitpunkt gewesen und auch einfach gar nicht passend gewesen).
Nun beginnt die Phase, in der ich lerne für mein Abi, die Phase in der ich mich zurückziehe.
Die Phase, in der ich mein Kinderzimmer aufräume, um es zu verlassen und dann dabei Texte finde. Mal handgeschriebene Texte, wenn ich mich zurückgezogen hatte an meinem Lieblingsteich, mal Texte über Musikalben auf meinem Notebook gespeichert in den Ordnern der Künstler.
Mal politische Texte, mal Texte über Kartoffelchips.
Und da dass ja Verschwendung wäre, solche Texte wegzuwerfen, zu löschen, zu archivieren, werden sie nun in den Wochen bis zu meinem Abitur veröffentlicht.

Es kommen also in den nächsten Wochen Texte eine Ode auf Kiel, Texte über Musikalben (ich hab voll die lustige Review über Russisch Roulette gefunden, ansonsten vielleicht noch eine zu To Pimp a Butterfly), Texte über Chips, vielleicht ein Text über das Tuch, Texte über das Abitur, ein Text über mein Blackberry, eine Ode an die Hipster und mal sehen, was ich sonst noch so finde.
Aber wieso wird der Blog jetzt genau geschloßen?
Zum einen belastet es, wenn man regelmäßig Texte veröffentlich muss (entweder aus Verantwortung vor sich selber oder weil sonst die Fragen der Leser*innen zu nervig werden).
Zum anderen habe ich Plattformen gefunden über die ich meine politische Meinung zu aktuellen Themen veröffentlichen kann.

Zum dritten fangen sie alle jetzt in meinem Jahrgang an zu Bloggen über ihre Auslandsjahre, über ihre ach so krassen Erfahrungen aus dem Fernen.
Da will ich echt nicht einer der Blogs sein, der darüber schreibt, was so geht, bei mir nach dem Abi, da überlasse ich euch lieber mal den Vortritt.

Vielen Dank an alle, die diesen Blog gelesen haben, vielen Dank an die, die Rückmeldung gegeben haben, die, die es supportet haben, vielen Dank an die, die es noch lesen werden.
Tschüß- das beste kommt zum Schluss!

Liebe Blockupy-Gewalttäter

Ich wollte mich bei euch bedanken.

Ihr habt so einiges für linke Politik, so einiges generell erreicht.

Ich meine gar nicht die gratis Carglass-Werbung, ich meine gar nicht, dass ihr dafür gesorgt habt, dass die deutsche Omi sich nun neben den Migranten wieder „diese linken Querulanten“ als Feinde aussuchen kann.

Ich finde, ihr habt etwas tiefgreifenderes erreicht.

Dank euch, darf man nun wieder links- und rechtsextremismus in politischen Debatten noch ungezügelter in einen Topf werfen. Denn beides ist ja gleich schlimm, beide Gruppen verwenden Gewalt statt dem Mund.

Dank euch sind wir Linke nun wieder Randalierer, Saboteure und Steineschmeißer.

Das bringt so geil den Flair der 80er rüber. Und ich wollte immer schon wieder den Joschka rauskramen und statt Schüssen à la Kraftklub mal wieder Steine in die Luft werfen.

Und danke, die Polizei bleibt nun unangreifbar.

Aber mit diesem faschistoiden Bullenregime wollte ich nie etwas zu tun haben und deswegen bin ich so richtig froh, dass ihr sie mal so richtig bekämpft habt.

Jetzt können wir auch endlich kritisieren, dass der Polizei zu viel Geld für Wasserwerfer gegeben wurde.

Danke auch dafür, dass jetzt wieder diskutiert wird, ob die Grenzenlosigkeit der EU, die EU ohne Grenzübergänge nun endlich außer Kraft für Demonstrationen gesetzt wird.

Denn die EU ist doch so undemokratisch, da brauch man doch auch nicht die offenen Grenzen, da brauch man gar nix.

Danke auch dafür, dass ich meine Kritik nicht mehr so stark verpacken muss. Ich muss nur über mein ultra-trendiges-Hipster-Shirt was schwarzes anziehen und schon bin ich Wachstums- Auteritäts- oder generell Kapitalismuskritiker.

Ich freue mich wirklich, dass nun anzünden mehr aussagt als reden, wer von uns hat sich denn irgendeinen Redebeitrag von Blockupy angehört, ist doch alles langweilig. Auf Demos geht man doch wegen dem Nervenkitzel und jetzt, wo die NPD so schwach ist, gibt es kaum noch Demos mit Nervenkitzel.

Freut mich, dieses generelle Ausdiskutieren von so allem, war doch auch nervig auf Demos, jetzt machen wir endlich mehr Sport.

Danke dafür, dass man nun auch als Mittelstandskiddie endlich Alternativen gefunden hat zu diesem ewigen Chai-Trinken in Cafes.

Extremismus-Urlaub der besonderen Art. Und dann sogar noch nach FFM.

Das hat so richtig Hafti-Flair.

Aber nun mal ernsthaft:

Wie kann man nur so dumm sein?

Ihr rennt im Ralph Lauren T-Shirt herum, redet etwas von krassem Antikapitalismus in eurer Whatsapp auf eurem Iphone als Sprachnachricht um dann im nächsten Moment in euren Jutebeutel zu greifen und den wohlgeformten Stein rauszuholen?

In eurer Facebook-Timeline findet sich neben dem Aufruf zum Blockieren eine Meldung, wie schlimm denn diese Hogesa-Demos gewesen sein und dass da dieses Polizeiauto umgeworfen wurde, das sei ja alles schrecklich und würde zeigen, wieviel sich Rechte erlauben könnten.

Und ja, das ist auch schlimm und scheiße, aber was tut ihr dagegen?

Wenn ich in den nächsten Wochen zu meinen Großeltern fahre, was bleibt da hängen bei denen?

Das ihr die europäische Wirtschaftlichspolitik kritisiert habt?

Ja, die ist schlecht. Sie ist in vielen Stellen zu bürokratisch, zu kapitalistisch, zu schlecht, als es unserem Anspruch an Europa genügen könnte, aber das kann man auch laut sagen, ohne den Stein rauszuholen.

Dieser Stein verändert alles. Er macht den Weg von einem steinigen zu einem unbegehbaren.

Ich glaube, viele sind sich einfach nicht dessen bewusst, was sie da tun.

Gewalt als mögliches politisches Mittel in einem Staat wie Deutschland zu akzeptieren und anzuerkennen ist nicht links. Es ist auch nicht per se rechts, es ist einfach nur dumm.

Du beeinflusst deine Umgebung nicht durch dein Argument, sondern durch etwas autoritäres, etwas einschränkendes.

Du bist einfach nicht links, wenn du den Stein wirfst, du bist das wogegen du vorgehst, du bist das, was du diesem Bullenstaat vorwirfst, du bist repressiv und reaktionär.

Und das gibt es auch nicht zu entschuldigen.
Einer der beliebtesten Sprüche der Linken ist doch „Keine Entschuldigung für scheiße“ oder nicht?11063123_827708983966980_580230581_n

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Aggressionen im Internet – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Am 23.11.2014 traf ich eine folgenschwere Entscheidung.

Ich ging nach vorne auf der Bundesdeligiertenkonferenz der Grünen und warf mich ein in einer Debatte zur Ukraine-Krise.

Vorher waren Sätze gefallen, die meiner Meinung so nicht stehen bleiben konnten.

Die Ukraine wurde als fremdgesteuert dargestellt, so habe ich es in Erinnerung.

Auf jeden Fall bekam ich eine sehr gute Position zum Reden. Vor Rebecca Harms am relativen Anfang der Debatte.

Ich hielt meine Rede und sie wurde innerhalb meiner Partei sehr positiv aufgenommen.

Das freute mich und ich stellte, auch auf nachdrücklichen Wunsch von einigen Menschen die Rede online.

Eine Woche lang wurde sie gefeiert und dann fing es an. Auf einmal erreichten mich Nachrichten wie „du scheiß Faschist, was bildest du dir eigentlich ein, wer du bist?“ Oder auch explizite Gewaltandrohungen.

Mir war es aber auch relativ egal, da es keinen Einfluss auf mein persönliches Leben hatte.

Aber dann kamen auf einmal die Posts, an den ersten kann ich mich noch erinnern, er lautete „Die HJ spricht auf dem Grünen Parteitag“.

Das war das erste mal, dass ich dachte, es könnte jetzt ein bisschen eskalieren.

Ein bisschen war untertrieben.

Innerhalb von wenigen Tagen wurde mein Video über 40.000 mal angeclickt, über 1300 mal wurde es negativ bewertet.

Das hätte ja auch alles passieren können, hätte ich das gemacht, was an mir kritisiert wurde.

Hätte ich Menschenverachtendes gesagt, dann wäre es ja verständlich, dass fundiert Kritik geäußert würde.

Ich kann genauso gut verstehen, wenn jemand aufgrund von Inhalten mich kritisiert.

Stattdessen wurde diskutiert, welche Drogen ich genommen hätte (in der Auswahl standen neben den beliebtesten Drogen Koks und Gras, auch eigentlich alle anderen üblichen Drogen, die es so gibt, von Kaffee bis zu Christal).

Auch wurde diskutiert, ob mir entweder in meinen Kopf oder in meine Mütze geschissen wurde (Jürgen Elsässer hat wirklich diese Theorie aufgestellt).

Wer meinen Kopf gewaschen hätte oder wer mich bestochen hätte, um die Rede zu halten.

Zwei Wochen genoss ich den schönen Shitstorm. Mal waren die Würste, die auf mich geworfen wurden, größer, mal kleiner.

Andauernd wurde ich gefragt, wie ich damit umgehen würde.

Hätte ich es gewollt, hätte ich so locker ein paar Personen verklagen können.

Jürgen Elsässer hat eine Menge Straftaten begangen mit seinem Post.

Hier zeigt sich schon die erste Möglichkeit, man kann gerichtlich vorgehen.

Bis es soweit kommt, muss allerdings zu viel passieren.

Die meisten Aggressionen im Internet sind nun mal nicht strafbar.

Könnte man bei jeder Beleidigung im Internet jemanden anzeigen, dann wären bald alle Bushido und alle Kay-One-Fans im Knast.

Also wie umgehen mit Internetaggressionen?

Ich hab die Menschen einfach pöbeln lassen.

Und am Ende war es zuende und hat sich auch nicht ausgewirkt auf die Menschen, die mit mir politisch oder persönlich befreundet sind. Wenn dann nur positiv.

Also haben die Menschen das Gegenteil erreicht, von dem was sie wollten.

Sie wollten mich politisch zerstören mit einer Mischung aus einfacher Pöbelei, abstrusen Vorwürfen und persönlichem Hate, stattdessen sitze ich gefestigter im Sattel als vor dem Shitstorm.

Gibt es nun aber andere Möglichkeiten, um das Aggressionspotenzial des Internets zu reduzieren?

Ich sehe kaum welche.

Niemand wird jemals den Menschen vorschreiben können, dass sie sich mit Klarnamen anmelden sollten, es wird nicht funktionieren.

Regeln im Internet aufzustellen, das wird nichts.

Und mit der geringen Medienkompetenz an unseren Schulen sehe ich zur Zeit kaum Möglichkeiten, etwas zu verändern.

Solange Informatik noch kein Pflichtfach an Schulen ist, gibt es keine richtige Medienkompetenz.

Ich habe gelernt, dass es schlauer ist, seinen Mund zu halten, denn dann hört der Hate auf, als wenn du den Mund aufmachst, solange Schulen dies nicht auf dem Kasten haben, solange aber auch kaum ein Politiker Menschen, die andere Menschen mit Hassbotschaften antreiben, Paroli bieten kann, wird das nichts mit weniger Aggressionen im Internet.

Ich sehe es echt alles ernüchtert, ich glaube echt nicht, dass es in absehbarer Zeit Lösungen gibt.

Ukraine Konflikt-Lösungsansätze

Europas Vorgehen bezüglich der Ukraine

Zuerst sollten wir analysieren, wer diesen Krieg führt und wer vielleicht Interesse daran hat.

Am Anfang steht dann die Analyse, dass sich Russland und die Ukraine im Krieg befinden,

es natürlich aber auch andere Kräfte gibt, die dem Krieg nicht negativ gegenüberstehen, zum Beispiel Waffenfirmen oder auch gewisse amerikanische Kräfte, allerdings sollten wir aus dieser Erkenntnis nicht schließen, dass diese Kräfte den Krieg produziert haben.
Nun steht die Ukraine an einem Wendepunkt und wir alle fragen uns, wie es weitergehen sollte.

Den Krieg kann keine Seite gewinnen, da sich beide Seiten aneinander aufrüsten.

Deswegen möchte ich mit dem ersten Teil des Textes einmal rausgehen aus dem täglichen klein-klein und den Fokus darauf legen, wie für uns die beste Politik aussehen würde.
Sowohl Putin als auch Obama wollen sich nun in diesem Konflik uns als einzige, richtige Macht darstellen.
Das ist problematisch und schlecht, denn beide sind keineswegs Symphatieträger, deren Politik wir folgen sollten, denn die Folge wären Foltercamps auf einer okkupierten dänischen Insel und das “Verbot” von Homosexualität.

Aber, wenn wir uns nicht in Abhängigkeiten von Russland oder den Staaten geben wollen, wie können wir denn dann Lösungen für europäische oder internationale Konflikte finden?

Eine richtige, gemeinsame, europäische Außenpolitik wäre gut.

Wann haben wir das letzte mal etwas von der EU-Außenbeauftragten etwas wichtiges, richtungsweisendes zur Ukraine-Krise gehört?

Wir müssen endlich auch nationale außenpolitische Souveranität abgeben, sodass die EU-Außenbeauftragte mit Macht für die EU verhandeln kann und nicht die einzigen gemeinsamen europäischen Mittel Sanktionen sind.

Wir müssen die EU-Außenbeauftragte zur Beauftragten des Parlaments machen, die die Politik des Parlaments vertritt und von diesen gewählt werden.

Was ich damit sagen will ist, dass wir für Europa das Hoheitsrecht in dieser Frage erkämpfen sollten, ohne, dass die NATO von europäischer Aufrüstung redet, oder Putin Gas für Freundschaft anbietet.

Dies geht nur, wenn es Menschen gibt, die Europa würdig vertreten können.

Solange es diese Strukturen nicht gibt, gibt es für mich kein perfektes Vorgehen Europas in dieser Frage.

Aber irgendwie muss man ja den Konflikt mit vorhandenen Gremien, mit gemeinsamen Lösungen gefunden werden.

Das heißt nicht, dass wir Putin in einer Weise unterstützen sollten und ihm das Donbass-Gebiet, das der Ukraine gehört, geben sollten, aber mit Waffengewalt können wir den Konflikt nicht lösen.

Liefern wir Waffen, liefert Putin mehr. Was wir aber machen können, ist die Ukraine andersweitig zu unterstützen, indem wir dem Land Infrastrukturprojekte vorfinanzieren, indem wir dem Land die Möglichkeit geben, europäische Vorzüge zu genießen.

Aber es gibt halt auch diplomatische Wege, die nicht genutzt werden.

Sowohl Russland als auch die USA sitzen im UN-Sicherheitsausschuss.

Diesem Gremium würde ich es zutrauen, dass es Lösungen für internationale Konflikte finden kann.

Über offizielle Kreise heißt es immer, dass beide Länder eine Entmilitarisierung wollen und neue, freie Wahlen.

Wenn dies der Fall ist, dann sollten wir uns bemühen, dass die Ukraine Thema auf so einer Ebene wird, wo miteinander geredet werden MUSS und nicht nur noch einseitig, wie auf dem G7 Gipfel, den wir ja dieses Jahr in Deutschland erleben müssen.

Willkommen 2015

2015, ich kann es nicht fassen. Jetzt bist du da. Jetzt muss ich mit dir beschäftigen. Das nervt mich, denn du bist so anders. 2014 war verrückt. Ein krass krankes Jahr. Ein Jahr mit vielen höhen. Eigentlich mit nur höhen, selbst die Tiefen wurden zu höchsten höhen kreiert.

2014 war ein Jahr voller neuer Erfahrungen. Step by step wurde es immer besser.

Da waren die Osterferien, die die Zeit der Nacht waren. Am Tag kaum wach und wenn dann nur am lesen und schreiben, die Nacht gefüllt mit Tequila, Twister (natürlich mit Knobisauce), dem guten Apfelkorn aus dem Tuch.

Dann kam die Wahl in den Parteirat der Grünen SH, währenddessen auch die stärkere Fokussierung auf die Kreisebene der Grünen.

Sommerferien, die erste richtige Beziehung, Herbstferien, BDK, das erste Mal richtig gehatet werden.

Und drauf scheissen, wieso sollte man sich auch vom glühenden Elsässer beeinflussen lassen.

Und auf einmal war das Jahr an einem vorbeigeflossen. Weg, Ende, aus. Und jetzt muss ich mit dir beschäftigen, 2015. Dabei will ich das eigentlich gar nicht.

Ich will eigentlich gar kein Abi, 13 weitere Jahre in der Schule rumhängen wären auch ganz nett. Auf der anderen Seite kann ich diese Gesichter nicht mehr sehen. Die Menschen, die meinen, sie würden mich kennen, da sie seid Jahren in einer Klasse sind mit mir. Dabei bin ich ihnen so fremd, wie sie mir.

Nun muss ich mich beschäftigen mit dem, was danach kommt.

Viele Gedanken schweben im Kopf herum, viele Ideen, zu viele Pläne, die am nächsten Morgen verworfen werden.

Ich will Sicherheit, aber nicht den Standard-Job, über den es nix zu erzählen gibt, wenn du mit Menschen smalltalk führen muss, mit diesen Menschen, mit denen man eigentlich gar nicht reden will.

Ich will Freiheit, aber Sicherheit. Mann, ist das kompliziert mit diesem Berufsleben.

Studieren wäre auch nett, aber auf Mamas und Papas Tasche liegen, ist mir auch zu dumm.

2015 werde ich mich auch fragen müssen, wieviel ich noch in dieser Partei machen will. Worauf ich kandidieren möchte, was ich fokussieren möchte.

Ich möchte mich mehr engagieren auf gewissen Ebenen, störe mich aber häufig über die Politik auf diesen Ebenen.

Ich möchte gehört werden, aber wenn das passiert, dann aufgrund meines Alters oder es wird immer am Anfang genau dieses betont. Aber ich sage euch doch auch nicht, dass ihr bald ins Grab fallt.

Genau, weil es respektlos wäre.

2015 wird aber auch generell ein spannendes Jahr, auch wenn ich mich eigentlich nicht mit dem Jahr beschäftigen will.

Denn 2015 wird zum Jahr des ultimativen aufeinanderprallen von Gegensätzen.

Abitur ↔ Zukunft

Pegida/Rassismus ↔ offene Gesellschaft

Offene Gesellschaft ↔ Reaktionen von Konservativen/Hardlinern auf Paris

Ukraine ↔ Russland

AfD ↔ Richtige Alternativen für Menschen aufzeigen, statt auszugrenzen

2015 wird ein politisierendes Jahr. Ein Jahr, in dem wir stärker Flagge zeigen müssen.

Bei einigen Themen müssen wir uns stark positionieren. So wird es nicht helfen vom Verständnis zu reden (weder Verständnis für Putin noch für Pegida).

Aber vor allem wird hoffentlich 2015 etwas aufhören, was 2014 dermaßen genervt hat, nämlich das Entpolitisieren des poltischen Systems durch Merkel. Sie wird Position beziehen müssen und wird damit Menschen verschrecken.

Die GroKo wird ihre Feuertaufe bei der Reaktion des „Westens“ auf Paris erleben, wie auch immer diese Reaktion aussehen wird.

2015 wird das Jahr der Ernüchterung sein, denn durch die Kriege auf dem Globus (vielleicht entsteht durch Paris auch ein nächster Krieg, hoffen wir alle, dass es nicht so kommt) wird es garantiert nicht zu einem starken Wirtschaftswachstum kommen (was ja auch nicht unbedingt schlecht ist).

Aber wir könnten 2015 auch zum Jahr des neuen machen.

So wie mein Jahrgang bald neue Wege sucht, nach 13 langen Jahren des lernens, so kann die Welt 13 Jahre nach 9-11 neue Wege suchen zur Bekämpfung des Terrors.

Welcome 2015 auch wenn es zwei Wochen zu spät ist 😉

Meine Sicht zu Grün.der_innen

Die Ursache für das Projekt GRÜN.der_innen ist einige BuKos zurück zu suchen.
Oder vielleicht sogar generell in den Bundeskongressen? BuKos sind, so wie ich sie in den wahrgenommen habe, immer ein Ort, in dem es eine relativ große Einheitsmeinung gibt, da Menschen zusammentreffen, die sich entweder schon super lange kennen und deswegen politisch ähnlich ticken (eine Dekade an gesellschaftlicher Ächterei aufgrund der GJ-Thematik schweißt zusammen) oder die sich in den letzten Jahren politisch gegenseitig in Fachforen, auf BuKos, auf Seminaren beeinflusst haben.
Nun kritisiert GRÜN.der_innen eine Clanbildung der Mächtigen innerhalb der GJ. Gibt es diese wirklich?
Nun, man könnte das komplett abstreiten und die todbringende Keule „wir sind basisdemokratisch“ bringen.
Für die Diskussion bringt es aber nichts.
Klar, in der GJ gibt es in gewisser Weise Clans. Menschen, die in den gleichen Städten leben, Menschen, die durch Workshops, Seminare oder BuKos zusammengeschweißt wurden.
Menschen, die zusammen FaFos geleitet haben, Menschen die zusammen in LaVos oder BuVos waren.
Nun ist die Frage, ob dies immer homogene „Clans“ sind, oder ob ein Clan nicht das Ergebnis vieler Clans ist.
Homogen sind sie aus meiner Sicht aber nicht. Denn diese Gruppierungen tauschen sich schnell aus, die Mitglieder wechseln schnell und vielleicht bleiben ein paar Menschen länger in diesen Gruppen, aber die GJ hat noch nie eine Gruppe oder ein Clan nachhaltig geprägt.
Genausowenig wie ein „Clan“ langfristig jemals der GJ geschadet hat.
Die Frage ist, ob man solche Gruppierungen generell ablehnen sollte, so wie das ja GRÜN.der_innen impliziert, wenn sie sich dem „Clan-Wesen“ negativ gegenüber positionieren.
Ich finde nicht. Denn Anträge, Workshops und andere Sachen entstehen nun einmal am besten, wenn Menschen, die alle das Thema gleich gut kennen, sich zusammensetzen und das Thema aufbauen und gut bearbeiten.
Ich glaube viel von dem, was Clan genannt wird, ist einfach nur unsere GJ-Struktur.
Wenn ein FaFo unglaublich präsent ist auf BuKos, viele ÄA stellt, dann ist es doch kein schlechtes Zeichen, sondern ein Zeichen, dass die GJ-Struktur auch nach den Strukturierungsprozessen funktioniert.
Kommen wir nun zu dem angeblich mächtigsten Clan. Dem BuVo.
Der Buvo wird (und auch das ist ein Ergebnis von ein paar Jahren) immer mehr schwarz gemalt. Ein Gremium, welches anscheinend die Diskussionskultur der GJ beeinflusst, wird einem dann immer als Argument entgegengeworfen, ein Gremium auf „Machterhalt“ fixiert.
Um das zu bewerten, sollte man sich einmal anschauen, wer denn alles Anträge schreibt auf BuKos. Wer die großen, die leitenden Anträge schreibt.
Und das sind nun mal nicht einzelne Mitglieder, sondern der BuVo.
Wenn der BuVo also ein bisschen mehr redet als einzelne Mitglieder ist dies ja nicht schlimm. Es zeigt nur, dass der BuVo sich vorher Mühe gemacht hat, Anträge zu schreiben.
Nun wird der BuVo allerdings beschrieben, als ein Clan, der Änderungsanträge aufgrund von Persönlichkeit fertigmacht.
Was sollte der BuVo denn machen? ÄAs die komplett gegen den Antrag sprechen, durchwinken? Oder irgendwem aus dem erweiterten BuVo-Clan fragen, ob er*sie diesen Antrag für sie verteidigt?
Klar, hat der BuVo mehr Macht, als der Kreisverband Poppenbüttel, aber es ist eben auch nicht schlimm.
Bisher leuchtet mir eure Argumentation noch nicht ein, dass ich euer Projekt unterstützen könnte.
Was mir allerdings einleuchtet ist, wenn Menschen von Arroganz innerhalb der GJ sprechen.
Denn in gewisser Weise stimmt das auch. Die GJ befindet sich auf einer so hohen sprachlichen Ebene, dass da gewisse Menschen, die diese ganzen Fremdwörter entweder nicht kennen oder nicht benutzen, nicht mehr durchsteigen.
Aber es ist nicht die Arroganz, die ihr beschreibt, diese Arroganz einer „mainstream-linken“ GJ, welche andere Meinungen nicht toleriert.
Wenn dann ist es eine elitäre Arroganz.
Als ich in die GJ kam, fand ich die Frauenquote whack, Waffen in gewisser Weise toll und Kapitalismus, das sagte mir gar nichts.
Niemand in der GJ meinte, ich müsse sie verlassen. Ich wurde zwar belächelt (den 15-jährige-Johannes würde aber auch jeder belächeln), aber nie ausgegrenzt. Meine Meinung habe ich immer nach außen getragen. Mittlerweile habe ich diese ganzen Meinungen geändert, was aber geblieben ist, ist ein Unverständnis gegenüber diesem „realo-links“-Ding. Mir ist es völlig egal, mit wem ich mich auf BuKos, BDKs oder sonst wo abgebe, Hauptsache, man kann mit diesen Menschen diskutieren.
Ich kann genauso gut mit dem Ober-Realo, wie mit dem ultra-fundi, wenn beide menschlich in Ordnung sind.
Was ich nicht abkann, ist dass man ein Feindbild konstruiert, a la: Die bösen Realos, die wollen die Partei nach rechts rücken oder: die mainstream-linken in der GJ.
Wieso kann man nicht thematisch sagen, was schlecht ist? Wieso muss man gegnerische Gruppen dafür kreieren?
Denn damit verschlimmert ihr das bilden von Gruppen, von Feindschaften.
Und dass ist dann auch in gewisser Weise Arrogant.

Was ich also von eurem Projekt halte?

Ich finde es persönlich schlecht, aber es bereichert in gewisser Weise die GJ. Denn es wird wieder darüber geredet und diskutiert, ob und wie die GJ verbessert werden kann.
Was ich außerdem schlecht daran finde, ist dass ihr es als Alternative verpackt, die irgendwie keine Alternative sein kann, sondern nur eine Bereicherung ist.
Eine bereichernde Alternative, die auch auf Kreis- und Landesebenen Werbung macht, also an den Plätzen, wo es sowieso zu wenig Mitglieder gibt, kann ich nicht unterstützen.

Offener Brief an das Handelsblatt

Liebes Handelsblatt,

vor einigen Tagen schwappte ja die Welle an Kritik an euch, bzw. den Autor Stefan Kreitewolf hoch.
Auf diese Kritik habt ihr ziemlich lange nicht geantwortet. Nun habt ihr gestern über eure Facebook-Fanpage in die Welt hinausposaunt:

Liebe Leserinnen und Leser,
auf meinen Text über das Erfolgsrezept der Rapper habe ich zahlreiche Reaktionen bekommen. Es gab eine Handvoll, die den Text gut fanden, die allermeisten allerdings nicht.
Was mir selbst daran nicht gefällt, ist, dass mein Kommentar als pauschal negativ für die Rapperszene aufgenommen wurde. Aus meiner Sicht habe ich sehr wohl auch die andere Seite beleuchtet: Mit „Xatar“ und „Haftbefehl“ habe ich zum Beispiel aufgezeigt, dass HipHop nicht nur Krawall ist.

Wie dem auch sei: Kommunikation ist, was beim Empfänger ankommt. Und das hat zumindest bei jenen, die sich nun lauthals ärgern, offenbar nicht gut funktioniert. Ich wünsche mir von all diesen: Nehmt den Artikel als Meinungsbeitrag und steigt in die Diskussion ein. Mich – und sicher auch das Handelsblatt – würde eine Replik interessieren.
Beste Grüße,
Ihr/Euer Stefan Kreitewolf (nd)

Sie sagen also, dass es an falscher Kommunikation lag, dass ihr Artikel schlecht ankam bei ihren „Leserinnen und Leser“?
Nein, wenn es an etwas nicht lag, dann nicht an der Kommunikation. Es lag an ihren Argumenten.
Sie schreiben, dass sie mehrere Seiten der Rapmusik beleuchtet haben? In dem folgenden „Meinungsbeitrag“ zeige ich ihnen, dass ihr Artikel lieber nicht ins Internet sondern in den digitalen Mülleimer gehört.

Sie fangen schon gut an. Unter der Überschrift werden das erste mal Rapper über einen Kamm geschert und Hip-Hop und Rap verwechselt. Sie schreiben:

„Songs von Verbrechen und Gewalt: Im Hip-Hop gehört das nicht nur zum guten Ton. Einige Rapper leben ihre Musik aus und landen deshalb immer wieder vor Gericht. Über den Erfolg einer ganz speziellen Musikrichtung.“

Im Hip-Hop gehört Gewalt also zum guten Ton? Ok, das könnte eine Feststellung sein, wenn die gesamte Breakdance- die Graffiti- und die DJ- Szene auch alle mit Baseballschlägern durch Berlin ziehen würden, um kleine gentrifizierende Hipster zu verprügeln, dann kann man vielleicht von einer Gewaltszene reden. Stattdessen vermischen Sie die beiden Begrifflichkeiten. Das ist nervig, aber das passiert ja ungefähr jedem.
Was an Hip-Hop jetzt mehr speziell als z.B. an Metal ist, wollen sie also in ihrem Text zeigen.

Sie fangen mit Bushido an. Das ist ja auch verständlich, wenn sie über Gewalt in der speziellen Szene des Hip-Hops schreiben wollen.
Bushido steht regelmäßig vor Gericht, hat Connections zum Abou-Chaker-Clan, welcher ja die angeblich schlimmste Mafia der Welt ist. So wie die Bild sie darstellt, noch schlimmer als Mexikanische Drogenkartelle.

Aber lassen wir das Thema Bushido-Abou-Chaker mal an der Seite liegen.
Sie werden in ihrer „Berichterstattung“ noch viel interessanter.

„Ein prominenter Extremfall, aber kein Einzelfall in der Rapper-Szene, die ihr ganz besonderes Image pflegt – im Auftreten wie in den Texten. Die Hosen hängen tief, die Mützen sitzen schräg und der Kopf nickt zum Beat: „Ich brech` dir dein Genick, Nigger“, „Lass’ es schmerzen“ oder „Kugel in deinem Kopf“.“

Schön, wie sie alte Klischees „tiefhängende Hosen“ und schrägsitzende Mützen für sie immer noch relevant sind.
Ich frage mich, wie ein Hipsterrapper in seiner Skinny Jeans, diese Hose immer noch tief hängen lassen kann. Aber egal.
Viel eher stellt sich für mich die Frage, wie sie es schaffen, einen Bezug von diesem Kleidungsstil zu der ja angeblich gewaltverherrlichenden Musik herstellen wollen.
Werden also alle Cap- und tiefhängende-Hosen-Träger zu Gewalttätern?

Aber weiter im Kontext: Es wird ja immer besser.
„Diese aus dem Englischen übersetzten Songtitel sind die Hymnen einer Subkultur. Ob „Snoop Dogg“, „50 Cent“ oder der „Wu-Tang-Clan“: Wer im Hip-Hop wirklich etwas auf sich hält, der pflegt in seinen Liedern das Badboy-Image und kokettiert mit Verbrechen und Gewalt.“

Ja, Rapper pflegen alle Badboy-Images. Vor allem so Menschen, wie Marteria, Casper, die Antilopen, oder sogar der gute Edgar Wasser, der sogar einen Song nach seinem Badboy-Lebensstil benannt hat. Wer da die offensichtlichen Verbindungen nicht sieht, der kann sich nicht gut genug informiert haben. Oder auch nicht. Schön, dass sie Wu-Tang benannt haben.
Deren neues Album „A better World tomorrow“ steht ja auch dafür dass die Welt besser wird, wenn alle sich morgen niederschlagen dürfen. Not.

„Hierzulande zeigen Rapper wie „Bushido“, „Sido“ und „Xatar“, dass sie nicht vor ihren Kollegen auf der anderen Seite des Atlantik zurückstecken wollen. Denn immer mehr Rapper landen in Deutschland vor Gericht. Erlebt der Gangsterrap, der in den 1990er-Jahren in den USA eine Welle der Gewalt auslöste, in Deutschland eine Renaissance?“

Also, dass Deutschrap in den letzten Jahren gewalttätiger wurde, das kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Gerade durch den Schub, den Marteria und Casper dem Deutschrap gegeben haben, wurde die Musik eher „entkriminalisiert“ wenn man ihrer Begründung folgen wollen würde. Auch schön, dass sie Sido erwähnen. Wenn ein Album zur Zeit Gangsterlastig ist, dann ist es 30.11.80. Hier zelebriert Sido ja gerade seinen aggressiven, brutalen Lebensstil. Seine Straftat liegt zwar ein Monat nach Album-Release, aber das ist ja auch egal.
Dann nennen sie die 10 erfogreichsten Rapper. Ohne Zeitangabe, ohne alles. Sie setzen die einfach fest.
Neben den, am gefährlichsten Rappern wie Fanta 4 oder Cro zählen sie auch Casper auf.
Zu dem guten schreiben sie:

„Casper besitzt eine auffällig raue Rap-Stimme, die seiner Bekanntheit maßgeblich zugute kam. Thematisch finden sich in seiner Musik häufig autobiographische Elemente wieder.“

Aha, also ein Rapper, der autobiographische Elemente in seine Musik einbezieht.
An diesem Punkt hätte ihnen die Wende klappen können. Sie hätten darüber schreiben können, dass viele Rapper Kunstobjekte erschaffen. Sich nicht selber in der Musik wiederspiegeln, sondern in gewisser Weise kleine alter Egos, kleine Kunstfiguren erschaffen.

„Die Antwort ist nicht so einfach. Denn wer im Hip-Hop was auf sich hält, sucht die Konfrontation. Und wer mit Verbrechen und Gewalt auffällt, der gewinnt „Street Credibility“, was so viel heißt wie: „Respekt auf der Straße“. Von Graffiti über Raub, Drogenmissbrauch bis zu illegalem Waffenbesitz gehört in der Szene eine lange Liste an Straftaten zum guten Ton. Das hat sich seit 25 Jahren nicht geändert.
Dass Gewalt aber auch strategisch eingesetzt werden kann, beweist der bekannte Berliner Rapper „Sido“: Er musste sich jüngst wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten. Er war in eine Schlägerei verwickelt. Das Medieninteresse war groß. „Sido“ bleibt im Gespräch und sein Album „30-11-80“ verkauft sich prächtig.“

Hierzu kann man viel sagen, aber das wäre alles sinnlos. Hier wird eine Rapszene als das schlimmste verurteilt, weil sie Graffiti sprayt, Marihuana konsumiert oder Waffen besitzt?
Stimmt und das wird auch nur gemacht, da Sido sein Album besser verkaufen kann.
Hier zeigt der Autor, dass er gar nicht recherchiert hat, worum sich Sidos Texte eigentlich drehen.
Mit 30.11.80 beschreibt sich Sido als ernster, erwachsener Mensch, der seine Fehler reflektiert.
Bei ihnen klingt es so, als ob Sido während der Aufnahme eine gesamte Diskothek verprügelt hätte.
Dann schreiben sie noch so Sachen wie:
Während andere Musiker durch die Radio- und TV-Stationen touren, um ihr Album zu promoten, greift „Sido“ zur Gewalt, und er ist sofort in aller Munde. Der Fall beweist: Das Spannungsverhältnis zwischen Verbrechen und Hip-Hop ist manchmal nur Verkaufsstrategie. Für „Sido“ zahlt sich das aus: Vorstrafen helfen seiner Karriere
Was für eine Frechheit. Als ob Rapper gezielt Verbrechen begehen, um von ihren Fans geliebt zu werden und um mehr zu verkaufen.

Mit dieser Passage über Xatar wollen sie das beweisen: „Seine Glaubwürdigkeit verschaffte ihm zehntausende Fans. Dafür war er bereit, bis zum Äußersten zu gehen: Im Dezember 2009 überfiel „Xatar“ einen Geldtransporter, wurde geschnappt und kam für vier Jahre hinter Gitter.“
Als ich dass gelesen habe, zweifelte ich an ihrem gesunden Menschenverstand. Aber sie haben nur einfach Zusammenhänge gezogen, wo es keine gibt. Ja Xatar ist ein Rapper, der Rap über Gewalt gemacht hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass er für seine Musik und seine Fans einen einzigartigen Coup plant.
Vielleicht hätten sie auch das Lied „Besuchstag“ von Celo und Abdi featuring Xatar einbauen können. Wo Xatar seine Hörer davor warnt, seinen Weg einzuschlagen. Aber das wäre objektiv gewesen. Und das schaffen sie eben nicht mit ihrem Artikel.
Dann greifen sie Haftbefehl an. Zusammengefasst kann man sagen, sie beschreiben ihn als Vorzeige-Straftäter.
Dass Haft der Gewalt abgeschworen hat und jetzt objektiv über Gewalt und Kriminalität rappt, fehlt aber komplett in ihrer Betrachtung seiner Musik.
Songs wie Anna Kournikova oder den zweiten Part der 1999-Trilogie, die sehr kritisch damit umgehen, was Haft gemacht hat, fehlen in ihrer „Berichterstattung“.
Denn Haft ist ja quasi Schuld am Tod von Tugce. Was eine hirnrissige Bemerkung.
Nein, denn wenn Hafti morgen zu dem Döner bei mir um die Ecke kommen würde und ich da wäre würde ich auch gleich ein Selfie machen wollen. Wie gerade so viele.
Aber da man das Problem Hip-Hop ja international sehen muss, haben sie auch einen Blick nach Amerika gewagt.
Wo es dank des Hip-Hops „Brennende Autos, Schüsse auf offener Straße, Drogenmissbrauch und Gewalt gegen die Polizei: In den USA tobte Anfang der 1990er-Jahre ein Krieg zwischen rivalisierenden „Crews“, wie die Hip-Hop-Gruppen auf der anderen Seite des Atlantiks genannt werden“ gab.
Denn „Die Anfangsjahre des Hip-Hops sind geprägt von Hass und Gewalt. Es gilt: Je brutaler und blutrünstiger, desto besser.“
Auch wenn der Krieg zwischen West und Eastcost Musikalisch zu den besseren Zeiten gehörte, Menschlich war er das nicht. Trotzdem war der Streit zwischen den Küsten nicht die Anfangszeit des Hip-Hops und nicht alle Rapper waren in dieser Zeit so.

Mit einer Einlassung über aktuelle Amerikanische Rapper, endet ihr Artikel. Zum Glück.
Insgesamt lässt sich sagen, dass sie eine sehr einseitige Darstellung des Hip-Hops transportiert haben.
Während sich die Juice nicht zur aktuellen Sanktionspolitik gegen Russland äußert, sollten sie sich besser nicht zu Kulturen äußern, die sich anscheinend kein bisschen verstehen.
So eine Darstellung ist aber auch gefährlich. Sie schüren damit Ängste, die sich anderswo dann auf die Betroffenen auswirken.
Mit ihrer Zeitung erreichen sie Menschen, die häufig keinen realen Bezug auf die Hip-Hop Kultur haben. Nach diesem Artikel denken dann Menschen so, wie einer der ersten Menschen, die das kommentiert haben.

„Solche Typen sind im toleranten Deutschland herzlich willkomen. Pegida verwundert die Betroffenen, Geschädigten und Opfer solcher Typen nicht mehr. Nur die Politiker sind darüber offenbar erstaunt. Allen voran die linke Fraktion. Offenbar haben diese noch keine Erfahrungen mit dem Bushido & Co.auf der Straße selbst oder deren Kinder gemacht. Aber keine Angst, das kann ja noch.
Die Gewahrsamsbücer der Polizei (Festnahmebuch) sind voll von den Namen Bushido & Co. Komisch, die Namen Hannah Lena, Maiximilian, Sebastian kommen darin seltender vor. Wer es nicht glaubt, schaut sich sich die Namen mal am besten vor Ort an, sofern er gelassen wird. Allerdings bezweifele ich das.
Auch ein Grund von Pegida.“

Oder so:
„Was sind das wohl für Typen, die solche CD`s kaufen und auch noch für Veranstaltungen solcher Art Eintritt bezahlen.???“
Hier sollte man überwachen.
Sehen sie, sie schaffen mit diesem Artikel etwas, was sie ja an sich in dem Artikel ablehnen, nämlich Hass und in gewisser Weise, wie man am ersten Kommentar ja sieht, Rassismus.
Denn es sind ja anscheinend nur Migrantenkinder, die Rappen und so böse sind. Und vor allem gesteuert durch Hass sind sie.

Tut mir Leid Herr Kreitewolf, aber ihr Artikel ist es, was Hass erzeugt.
Durch ihre billige, von zahlreichen Ressentimenten geprägte „Berichterstattung“ verurteilen sie eine der vielfältigsten und auch in gewisser Weise weltoffensten Kulturen, die es gibt.
Eine Kultur, die auf den Grundsätzen der Zulu Nation basieren sollte und es auch sehr stark tut.
Recherchieren sie mal das, denn dann hätten sie einen ausgewogeneren Text hinbekommen.

Mit freundlichen Grüßen,

Johannes Steen.
Kurz vor dem Terrorattentat, was die Welt verändern wird, da ich Hip-Hop höre. 

 

 

Thema Jürgen und so

Lieber Jürgen,

nein ich möchte gar nicht auf dich und das alles was du geschrieben hast, stark eingehen. Damit würde ich dich ja dann als ernsthaften Gesprächspartner legitmieren.

Weißt du, ich rede von dir in meiner Rede und was fällt dir dazu ein? Mich als Koksnase zu diffamieren. Das ist halt echt schwach.
Denn es ist kein eigener Gedankengang (irgendwie versucht ja deine ganze Friedenswichtel-Szene herauszufinden, welche Droge ich mir angeblich geballert habe, na wenn man keine Hobbys hat….) noch ist es irgendwie eine kreative Unterstellung.
Sie offenbart ein einfaches Gedankenmuster:
Wer nicht unserer Meinung ist, der muss irgendwie anders betäubt oder sonst wie sein. Der kann ja nicht klar sein. Denn nur unsere Meinung ist gut.

Dieser Gedanke beinhaltet einen sehr starken totalitären Ansatz, aber naja egal.

Ich muss dann ja mal los in die Schule.

Da lernen wir nämlich Sachen. Zum Beispiel sich an Regeln halten, die man sich selber auflegt, klappt bei dir ja eher, wie könnte man das neutral formulieren? Semi-Gut.

elsässer